Wien, 30.05.01 - Gründungssitzung der "Österreichischen Wachkoma Gesellschaft"

 

In Österreich erleiden jährlich etwa 400 Menschen das Schicksal eines Wachkomas (= Apallisches Syndrom). Es handelt sich dabei um eine der schwersten mit dem Überleben gerade noch zu vereinbarenden Schädigungen des Gehirns.

 

Verschiedene Ursachen wie z.B. schwere Schädel-Hirn-Verletzungen infolge eines Unfalles oder ein Zustand nach Reanimation können dieses schwere neurologische Krankheitsbild auslösen. Der Patient bleibt in einem komaähnlichen Zustand mit zeitweise geöffneten Augen. Er ist aber nur beschränkt in der Lage, Reize und Informationen aus der Umwelt aufzunehmen und darauf adäquat zu reagieren.

 

In Österreich gibt es für Patienten mit einem Apallischen Syndrom, sogenannte Wachkoma-Patienten, nach einigen Wochen intensiv-medizinischer Betreuung und nachfolgendem Aufenthalt in einem Neurologischen Krankenhaus bzw. einer Rehabilitationseinrichtung derzeit noch unzureichende weitere Versorgungsmöglichkeiten. Um die Öffentlichkeit über das Thema Wachkoma aufzuklären, um Meinungsbildnern in Politik & Wirtschaft die Unterversorgung dieser Patientengruppe vor Augen zu führen und nicht zuletzt um die Gesamtsituation in Österreich zu verbessern, fand am 30. Mai 2001 die konstituierende Gründungssitzung der "Österreichische Wachkoma Gesellschaft" statt. Weitere Ziele der Gesellschaft sind, sich in Zukunft noch intensiver zu bemühen, eine umfassende Rehabilitation und Betreuung zu ermöglichen.

 

Obwohl rund 50% dieser Patienten jünger als 40 Jahre sind, erfolgt nach Leistungsentfall durch die jeweilige Krankenkasse die Unterbringung fast ausschließlich in geriatrischen Institutionen, die für diese Anforderungen nicht geschaffen wurden. Die Neurologische Abteilung im Geriatriezentrum am Wienerwald in 1130 Wien betreut derzeit mit 28 Patienten österreichweit die größte Anzahl von Wachkoma-Patienten.

 

Vorsitzende der "Österreichischen Wachkoma Gesellschaft" sind Primarius Dr. Johann Donis, Vorstand der Neurologischen Abteilung im Geriatriezentrum am Wienerwald und Ing. Herbert Trojer, der aus eigener leidvoller Erfahrung als Vater einer betroffenen Patientin sich für dieses Problem stark macht.

 

Im wissenschaftlichen Beirat werden die folgenden Damen und Herren die Bemühungen der "Österreichischen Wachkoma Gesellschaft" unterstützen.

 

                    Prim. Prof. Dr. Franz AICHNER

                    Univ.Prof. Dr. Eduard AUFF

                    Prim. Univ. Prof. Dr. Ernst BERGER

                    Prim. Univ.Prof. Dr. Heinrich BINDER

                    Prim. Dr. Silvia BRANDSTÄTTER

                    Univ.Prof. Dr. Eberhard DEISENHAMMER

                    Bezirksvorsteher-Stellvertreterin Dorothea DRLIK

                    Univ.Prof. Dr.Dr.h.c. Franz GERSTENBRAND

                    Prim. Univ.Prof. Dr. Wolfgang GRISOLD

                    Univ.Prof. Dr. Kurt JELLINGER

                    Prim. Dr. Berthold KEPPLINGER

                    Prim. Univ.Prof. HR Dr. Gunther LADURNER

                    Prim. Univ.Prof. Dr. Bruno MAMOLI

                    Prim. Univ.Prof. Dr. Walter ODER

                    Gesundheitsstadträtin Prim. Dr. Elisabeth PITTERMANN-HÖCKER

                    OSR Gabriele RASCH

                    Dir. Dr. Angelika ROSENBERGER-SPITZY

                    Prim. Univ.Prof. Dr. Erik RUMPL

                    Univ.Doz. Dr. Leopold SALTUARI

                    Prim. Univ.Prof. Dr. Manfred SCHMIDBAUER

                    Prof. Dr. Erich SCHMUTZHARD

                    Univ.Prof. Dr. Gernot SCHNABERTH

                    Generaloberin Charlotte STAUDINGER

                    Stat.Sr. Anita STEINBACH

                    Pflegedienstleitung Hannelore WALLNER

                    Prim. Dr. Hans Werner WEGE

                    OA Dr. Ernst WEISS

 

Die Hauptziele der "Österreichischen Wachkoma Gesellschaft" lauten zusammengefasst:

-          Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Wachkoma

-          Umfassende Information für alle zuständigen Institutionen sowie für das professionelle Betreuungspersonal

-          Information für die und Kooperation mit den politisch Verantwortlichen

-          Schaffung einer Plattform für Aktivitäten zum Thema Wachkoma

-          Österreichweiter Aufbau von, sowie Verbesserung der vorhandenen Betreuungsstrukturen

-          Beratung, Information, Unterstützung und psychologische Betreuung der Angehörigen

-          Aufbau einer durchgängigen, flächendeckenden Rehabilitation für Betroffene

-          Sonderregelungen für Patienten im Wachkoma für die Phase F (aktivierende Behandlungspflege)

-          Definition der Qualitätsmerkmale für aktivierende Behandlungspflege

-          Verstärkte Hilfe für Pflege zu Hause

-          Einbindung der Krankenkassen zwecks Kostenbeteiligung

-          Betreute Wohnmöglichkeiten unter aktiver Einbeziehung der Angehörigen

 

Die "Österreichische Wachkoma Gesellschaft" will durch ihre Arbeit dazu beitragen, den Bedürfnissen von Wachkoma-Patienten zu entsprechen, ihre Heilungschancen zu verbessern und ihre Lebensqualität zu erhöhen und somit auch die enorme Belastung der Angehörigen etwas mildern.

 

Rückfragehinweis:

Primarius Dr. Johann Donis

Vorstand der Neurologischen Abteilung im Geriatriezentrum am Wienerwald

Pavillon XI

Jagdschlossgasse 59

1130 Wien

Tel. 80110/3421

Fax. 80110/3711

e-mail: doj@nro.gzw.magwien.gv.at

 

Ing. Herbert Trojer

Tel. 01/802 61 04