DAS TESTAMENT

Allgemeines 
Testament und Kodizill 
Testamentsformen 
Klauseln, Bedingungen, Befristungen und Auflagen 
Widerruf eines Testaments 
Kosten eines Testaments 
Wer erbt, wenn ein Testament nicht vorhanden ist?


Allgemeines

Die zum Zeitpunkt des Todes vorhandenen Vermögenswerte nennt man Nachlass, die Verstorbene/den Verstorbenen selbst  nennt man Erblasserin/Erblasser. Alle Vermögenswerte der Erblasserin/des Erblassers sind vererblich. Dazu gehören z.B. Liegenschaften, Sparguthaben, Schmuck oder Forderungen gegen andere Personen.

Achtung: Vererblich sind aber auch die Schulden der Erblasserin/des Erblassers. Daher ist, wenn die Erblasserin/der Erblasser größere Schulden hatte oder solche zu erwarten sind, bei der Annahme der Erbschaft größte Vorsicht geboten (Erbserklärung).

Nicht vererblich hingegen sind bestimmte, an die Person der/des Berechtigten gebundene Rechte und Pflichten, wie zum Beispiel persönliche Dienstbarkeiten das Wohnrecht, Gewerbeberechtigungen oder Unterhaltsansprüche.

Die Erbin/Der Erbe ist die Vermögensnachfolgerin/der Vermögensnachfolger der Erblasserin/des Erblassers und erhält, wenn sie/er die Erbschaft durch Abgabe einer Erbserklärung antritt, grundsätzlich alle Vermögenswerte. Die Erbin/Der Erbe hat im Verhältnis zu Dritten die gleichen Rechte und Pflichten wie die Erblasserin/Der Erblasser.

 

Testament und Kodizill

Testament und Kodizill sind einseitige, jederzeit widerrufliche letztwillige Anordnungen. Ein Testament ist die jederzeit widerrufliche Erklärung der Erblasserin/des Erblassers, an wen das zum Zeitpunkt ihres/seines Todes vorhandene Vermögen zur Gänze oder quotenmäßig übergehen soll. Die Erbinnen/Erben sind immer mit einer Quote (etwa zur Gänze, zu je einem Drittel oder zu gleichen Teilen) beteiligt.

Ein Kodizill ist eine letzwillige Anordnung, die nur Vermächtnisse enthält. Von einem Vermächtnis spricht man, wenn jemand nur bestimmte Dinge aus dem Nachlass (etwa die Münzsammlung) erhalten soll. Die/Der solcherart Bedachte ist die Vermächtnisnehmerin/der Vermächtnisnehmer.

Wer mit der gesetzlichen Erbfolge nicht einverstanden ist, kann eine letztwillige Anordnung errichten.

Voraussetzungen
:
Grundsätzlich kann jede/jeder, die/der über 18 Jahre und im Vollbesitz ihrer/seiner geistigen Kräfte ist, ein Testament errichten. 
Folgende Personengruppen können nur in einem so genannten öffentlichen Testament also mündlich vor Gericht oder notariell testieren, wobei das Gericht oder die Notarin/der Notar sich überzeugen müssen, dass die Testierfähigkeit also eine gewisse Einsichtsfähigkeit und Reife gegeben ist: Personen zwischen 14 und 18 Jahren oder Personen, denen wegen einer Behinderung eine Sachwalterin/ein Sachwalter für bestimmte, einzelne oder alle Angelegenheiten bestellt ist.

Folgende Personengruppen können kein Testament errichten:
- Personen unter 14 Jahren 
- Geistesschwache 
- Geisteskranke sowie 
- Personen, bei denen die freie Willensbildung aus einem sonstigen Grund (z.B. einem akuten Vollrausch) ausgeschlossen ist 

Testamentsformen
    
    Eigenhändiges Testament 
    Fremdhändiges Testament 
    Mündliches Testament 
    Öffentliches Testament 
    Patienten-Testament 
    

Eigenhändiges Testament

Der gesamte Text muss von der Erblasserin/vom Erblasser eigenhändig geschrieben und unterschrieben werden, wobei die Unterschrift am Ende des Textes erfolgen muss.

Es sollte mit dem vollen Namen unterschrieben werden, wobei im Gesetz lediglich gefordert wird, dass über die Identität der Erblasserin/des Erblassers kein Zweifel besteht. Es genügt also auch z.B. die Unterschrift "Euer Vater". Ein Handzeichen oder eine Stampiglie genügt nicht. Etwaige Ergänzungen müssen nochmals unterschrieben werden.

Hinweis: Es ist zu empfehlen, dem eigenhändigen Text auch ein Datum anzufügen, das später im Verlassenschaftsverfahren von Bedeutung sein kann (etwa wenn mehrere, widerstreitende Testamente vorliegen).

Achtung: Wichtig ist, dass Vermächtnisnehmer/innen in der Regel nicht für Schulden der Erblasserin/des Erblassers haften oder sonstige Verpflichtungen übernehmen, sondern sie können lediglich von der Erbin/vom Erben die Herausgabe der vermachten Gegenstände verlangen.

Aufbewahrungsort des eigenhändigen Testaments
Das eigenhändige Testament kann bei den Personaldokumenten aufbewahrt werden, es kann aber auch gegen eine geringe Gebühr bei einer Notarin/einem Notar oder Rechtsanwältin/Rechtsanwalt hinterlegt werden.
 

Zu empfehlen ist in jedem Fall die Registrierung des Testaments im Zentralen Testamentsregister der Österreichischen Notariatskammer. Im Zentralen Testamentsregister werden nicht der Inhalt des Testaments, sondern nur die persönlichen Daten der Testamentserrichterin/des Testamentserrichters und das Datum der Testamentserrichtung registriert. 

Im Sterbefall fragt die zuständige Notarin/der zuständige Notar bei diesem Register an und bekommt dort die Auskunft, wo das Testament hinterlegt ist und kann es sich schicken lassen. Auf jeden Fall kann so verhindert werden, dass jemand, der das Testament findet und inhaltlich damit nicht einverstanden ist, dieses unterschlägt.


Fremdhändiges Testament

Hier sind mehrere Vorschriften zu beachten:

1.

Das Testament selbst kann mit einer Schreibmaschine, mit einem PC oder auch handschriftlich von einer dritten Person verfasst sein. 
2. Das Testament muss aber auf jeden Fall von der Erblasserin/vom Erblasser eigenhändig unterschrieben werden.
3. Die Erblasserin/der Erblasser muss darüber hinaus das Testament vor drei Zeuginnen/Zeugen, von denen mindestens zwei gleichzeitig anwesend sein müssen, unterfertigen. Die Zeuginnen/Zeugen müssen den Inhalt des Testaments nicht kennen, sondern nur bestätigen, dass die Urkunde den letzten Willen der Erblasserin/des Erblassers enthält. Die Unterschrift der Zeuginnen/Zeugen muss am Ende des Testaments erfolgen und zwar mit einem auf die Zeugen- eigenschaft hinweisenden Zusatz. 

Als Zeuginnen/Zeugen kommen nicht in Betracht:

   
- Personen unter 18 Jahren 
    - Blinde, Taube, Stumme 
    - Personen, die die Sprache, in der das Testament verfasst wurde, nicht verstehen und 
    - "befangene Zeugen"
   
- Personen, die mit der/dem durch das Testament Begünstigten verwandt oder verschwägert sind oder beispielsweise Organe       einer durch das Testament begünstigten Organisation 

Hinweis: Auch ein von einer Notarin/einem Notar oder einer Rechtsanwältin/einem Rechtsanwalt errichtetes Testament ist in der Regel ein fremdhändiges Testament. Als Zeuginnen/Zeugen fungieren dann die Notarin/der Notar oder die Rechtsanwältin/der Rechtsanwalt und deren/dessen Kanzleiangestellten.

Fehler bei einem fremdhändigen Testament
Bei einem fremdhändigen Testament sind einige Formvorschriften einzuhalten, deren Missachtung das Testament jeweils unwirksam macht. Häufige Fehler, die in der Praxis vorkommen und die das Testament ungültig machen, sind zum Beispiel:

-

Das Testament wird von einem oder zu wenigen Zeuginnen/Zeugen unterfertigt. Es wird oft irrtümlich angenommen, dass zwei    Zeuginnen/Zeugen genügen. 

-

Die Zeuginnen/Zeugen unterschreiben nur mit ihrem Namen, aber ohne den Zusatz "als Testamentszeuge". 

-

Als Zeuginnen/Zeugen unterschreiben nahe Angehörige der/des Begünstigten. 

-

Die Zeuginnen/Zeugen sind nicht in der erforderlichen Zahl anwesend. 


Mündliches Testament

Auch ein mündliches Testament ist an sich formgültig, wenn es vor drei Zeuginnen/Zeugen errichtet wird, die dieselben Voraussetzungen wie beim fremdhändigen Testament erfüllen müssen.

Nach dem Tod der Erblasserin/des Erblassers können die sonst Erbberechtigten verlangen, dass die Zeuginnen/Zeugen vor der Abhandlungsrichterin/dem Abhandlungsrichter den letzten Willen unter Eid bekräftigen. Die Zeuginnen/Zeugen müssen dabei den Inhalt des Testaments übereinstimmend darstellen und auch bezeugen, dass die Erblasserin/der Erblasser die ernste Absicht hatte, ihren/seinen letzten Willen zu erklären.

Achtung: Da bei dieser Testamentsform die Gefahr eines Missbrauchs besonders groß ist, sollte im Regelfall von der Errichtung eines mündlichen Testaments Abstand genommen werden! Ein mündliches Testament sollte nur dann gemacht werden, wenn es im Einzelfall keine andere Möglichkeit gibt (z.B. in Gefahrensituationen oder am Krankenbett). Nach Wegfall dieser besonderen Umstände sollte der letzte Wille möglichst rasch auch schriftlich erklärt werden.

Hinweis: Die Zeuginnen/Zeugen sollten über die mündliche Testamentserrichtung eine Niederschrift anfertigen.

Öffentliches Testament

Die Testamentserrichtung von Personen zwischen 14 und 18 Jahren und von Personen, die unter Sachwalterschaft stehen, darf nur in öffentlicher Form, d.h. gerichtlich oder notariell, erfolgen.

Die Richterin/der Richter oder die Notarin/der Notar muss sich vor der Testamentserrichtung durch geeignete Fragen vom Testierwillen und der Einsichtsfähigkeit der Personen, die ein derartiges Testament errichten, überzeugen. Das Ergebnis ihrer/seiner Prüfung muss im Protokoll festgehalten werden.

Hinweis: Bei Unklarheiten über den Geisteszustand kann z.B. auch eine Neurologin/ein Neurologe beigezogen werden.

Patienten-Testament

Darunter versteht man eine schriftliche Willenserklärung, mit welcher die künftige Patientin/der künftige Patient ersucht, im Fall einer an sich zum Tod führenden Erkrankung, Verletzung oder Bewusstlosigkeit auf künstliche lebensverlängernde Maßnahmen zu verzichten und alle Möglichkeiten der Schmerzlinderung zu nutzen.

Hinweis: Ein solches Patienten-Testament ist keine letztwillige Verfügung im eigentlichen Sinn, weil darin keine Verfügung für die Zeit nach Todeseintritt getroffen wird.

Achtung: Der Leichnam selbst zählt nicht zum Nachlass. Wie die/der Tote bestattet werden soll, bestimmen die nahen Angehörigen, die das Begräbnis in Auftrag geben.

Man kann letztwillige Wünsche hinsichtlich der Bestattung anordnen, diese dürfen jedoch öffentlich-rechtlichen Vorschriften nicht widersprechen. Zulässig ist die Anordnung, dass die Erblasserin/der Erblasser ihren/seinen Körper nach ihrem/seinem Ableben anatomischen Zwecken zur Verfügung stellt. In diesem Fall wendet man sich am besten an die medizinischen Universitäten Wien, Graz oder Innsbruck. Die Begräbnis- und Überführungskosten werden von den Universitätsinstituten getragen.  

Hinweis: Empfehlenswert ist es, die Angehörigen oder die Hausärztin/den Hausarzt von diesem Wunsch zu informieren. 


Klauseln, Bedingungen, Befristungen und Auflagen

Die Erblasserin/der Erblasser kann ihren/seinen letzten Willen durch Bedingungen oder Auflagen einschränken. 
Durch eine Bedingung kann die Erblasserin/der Erblasser die letztwillige Zuwendung von einem ungewissen Ereignis abhängig machen, eine Auflage verpflichtet die Bedachte/den Bedachten zu einem bestimmten Verhalten.

Folgende Beispiele sollen dies verdeutlichen:

gültige Bedingung: "Mein Sohn erhält mein Wertpapierdepot, wenn er sein Jusstudium abschließt."
gültige Befristung: "Meine Tochter erhält mit der Vollendung ihres 25. Lebensjahres meinen gesamten Schmuck."
gültige Auflage: "Mein Erbe hat für Bestattung im Familiengrab am Hernalser Friedhof aufzukommen und für die Grabpflege auf Friedhofsdauer Sorge zu tragen." Bei Nichterfüllung dieser Auflage verliert der Bedachte die Zuwendung." 


Es gibt aber auch aufschiebende, unerlaubte oder unmögliche Bedingungen.

Beispiele sind:

- eine bestimmte Person darf nicht heiraten oder 
- eine bestimmte Person darf nur eine bestimmte Partnerin/einen bestimmten Partner heiraten 
- Eine derartige Bedingung macht die letztwillige Anordnung, der sie beigesetzt ist, zur Gänze unwirksam und es tritt wieder die gesetzliche Erbfolge ein. Gänzlich unverständliche oder sinnlose Bedingungen gelten als nicht beigesetzt, das Testament bleibt aber trotzdem gültig.

 
Es empfiehlt sich, den Rat einer Fachfrau/eines Fachmanns einzuholen, da bei unüberlegt beigesetzten Klauseln leicht die Gültigkeit des letzten Willens vereitelt werden kann.

Widerruf eines Testaments

Testamente sind einseitige letztwillige Anordnungen und können im Gegensatz zu Erbverträgen jederzeit abgeändert oder widerrufen werden. Die Abänderung oder der Widerruf kann folgendermaßen erfolgen:

- ausdrücklich in Testamentsform 
- stillschweigend durch die Errichtung eines neuen Testaments ohne Erwähnung des alten 
- durch Vernichten der Urkunde, wie etwa Zerreißen, Verbrennen, Durchstreichen 

Hinweis: Der sicherste Weg ist der Widerruf in Testamentsform. Dies ist vor allem zu empfehlen, wenn sich das zu widerrufende Testament in Händen der Erbin/des Erben befindet, die/der nun durch eine/einen anderen ersetzt werden soll. Der Widerruf sollte auch im Zentralen Testamentsregister der Österreichischen Notariatskammer eingetragen werden.

Achtung:
Sollte das Testament in mehreren Gleichschriften errichtet worden sein, müssen alle Originale vernichtet werden. Ihr letzter Wille sollte immer in einer einzigen Testamentsurkunde zusammengefasst sein. Errichten Sie möglichst keine Gleichschriften, die Sie anderen Personen aushändigen, da für den Fall des Widerrufs leicht auf eine solche Gleichschrift vergessen wird. Es genügt die Errichtung eines Originals, welches bei einer Notarin/einem Notar, Rechtsanwältin/Rechtsanwalt oder bei Gericht verwahrt werden und im Zentralen Testamentsregister der Österreichischen Notariatskammer registriert werden sollte. So ist das Testament sicher aufbewahrt, kann nicht unterschlagen werden und ist auch jederzeit problemlos abänderbar.

Kosten eines Testaments

Die Kosten der Errichtung eines Testaments durch eine Notarin/einen Notar oder eine Rechtsanwältin/einen Rechtsanwalt sind überschaubar. Für die Beratung, fachmännische Errichtung, Hinterlegung und Registrierung des einfacheren Testaments beim Zentralen Testamentsregister der Österreichischen Notariatskammer wird eine einmalige Gebühr berechnet. Eine laufende Gebühr für die Dauer der Hinterlegung wird nicht berechnet.

Gebühren: etwa 145,35 Euro bis ca. 218,02 Euro

Bei komplizierten Testamenten, die eine oder mehrere eingehende Besprechungen zuvor notwendig machen, empfiehlt es sich, die Kosten vorher zu erfragen.  

Vorlagen zum Downloaden für  ein gültiges eigenhändiges Testament sowie eine Vorlage für ein gültiges fremdhändiges Testament und ein Patienten-Testament finden Sie auf der Website www.help.gv.at.

Wer erbt, wenn ein Testament nicht vorhanden ist?

Ist ein Testament nicht vorhanden oder das vorhandene ungültig, tritt die sogenannte gesetzliche Erbfolge ein. Danach erben der Ehegatte des Verstorbenen 1/3 des Nachlasses, die restlichen 2/3 die Kinder nach Kopfanteilen. Ist ein Kind des Erblassers vor diesem gestorben, dann treten die Nachkommen dieses Kindes, also die Enkel des Erblassers, an seine Stelle und erben zusammen das, was das Kind erhalten hätte, wenn es den Erbfall erlebt hätte ( 734 ABGB).

Ist ein Ehegatte nicht mehr vorhanden, bekommen alles die Kinder nach Kopfanteilen. Sind keine Kinder vorhanden, dann bekommt der Ehegatte zwei Drittel des Nachlasses
, während ein Elternteil vor dem Erblassers verstorben ist, fällt die Erbquote des bzw. der verstorbenen Elternteile an dessen bzw. deren Nachkommen, also an die Geschwister des Erblassers, soweit auch diese bereits verstorben sind an deren Kinder, also an die Nichten und Neffen ( 735 ABGB). Dabei erhalten mehrere Nachkommen eines verstorbenen Vorfahren immer nur zusammen so viel, wie der Verstorbene allein erhalten hätte.

Sind weder Kinder noch ein Ehegatte des Erblassers vorhanden, fällt der Nachlass zur Gänze an die Eltern des Erblassers bzw. deren Nachkommen. Sind solche Verwandte auch nicht vorhanden, dann sind in nächster Linie die Großeltern des Erblassers bzw. - soweit diese verstorben sind - jene Verwandten berufen, die mit dem Erblasser nur mehr die Großeltern gemeinsam haben ( 738-740 ABGB); sind mehrere solche Verwandte vorhanden, dann ist die Bestimmung, wer von ihnen Erbe wird und wie groß die einzelnen Erbportionen sind, bereits einigermaßen schwierig. Als Grundsatz gilt, dass immer der lebende Vorfahre seine Nachkommen repräsentiert und sie daher vom Erbe ausschließt, während der verstorbene Vorfahre von seinen Nachkommen repräsentiert wird, die also erben, was er geerbt hätte.

Hinterlässt der Erbe einen Ehegatten, ansonsten aber nur Verwandte, die mit ihm nur mehr die Großeltern gemeinsam haben, dann fällt der ganze Nachlass dem Ehegatten zu. Sind Verwandte der geschilderten Art nicht vorhanden und liegt auch nicht der unwahrscheinlichste Fall vor, dass etwa die Urgroßeltern des Erblassers noch leben, dann gilt der Nachlass als erblos und fällt dem Staat anheim ( 760 ABGB).

Zu erwähnen wäre schließlich noch, dass der Ehegatte des Erblassers außer der genannten Erbquote aus dem Nachlass noch die zum ehelichen Haushalt gehörigen Gegenstände erhält und zwar, wenn keine Kinder vorhanden sind, alle, neben Kindern nur die für seinen persönlichen Bedarf nötigen Gegenstände ( 758 ABGB).
Nur wer sein Vermögen ohnedies der Person oder den Personen hinterlassen will, die nach dem Gesetz als Erben berufen sind und zwar in dem Umfang, wie sie nach dem Gesetz erben, kann von der Errichtung eines Testaments absehen.


Quelle
: Behördenwegweiser unter www.help.gv.at (Stand der Informationen: 28. Juni 2001)
Quelle: Dr. Heinz Trompisch, Lebenshilfe Österreich, Förstergasse 6, 1020 Wien

Zurück zu Informationen.